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Friedrich Ebert (1871-1925), gelernter Sattler aus Heidelberg, war früh politisch und gewerkschaftlich aktiv. Seit 1905 im Parteivorstand der SPD in Berlin tätig, wurde er 1912 Mitglied des Reichtages und 1916 einer der Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Bereits 1913 war er nach dem Tod August Bebels zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt worden.
Nach dem Sieg der Revolution von 1918 übernahm er den Mitvorsitz der Revolutionsregierung, des „Rates der Volksbeauftragten“. Er war ein entschiedener Gegner der „Diktatur des Proletariats“ und eines Rätesystems nach sowjetischem Vorbild, befürwortete die parlamentarische Demokratie und setzte die Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung durch, die ihn am 11. Februar 1919 zum Reichpräsidenten wählte.
In seiner Amtszeit zielte er auf politischen und sozialen Ausgleich zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum und lehnte eine klassenkämpferische Politik ab, was innerhalb der Sozialdemokratie nicht unumstritten war. Insbesondere die politische Rechte machte ihn zur Zielscheibe von Verleumdungen und Verunglimpfungen, die in seiner Person die Republik treffen sollten und 1925 zum frühen Tod dieses ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupts in Deutschland beitrugen.
Erst heute, in einer stabilen Demokratie, findet sein politisches Wirken über die Parteigrenzen hinweg gebührende Anerkennung.